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Manuelle Rollgenua-Anlagen

Manuelle Rollgenua-Anlagen sind mechanische Systeme zur Vorsegelbedienung, die überlappende und nicht überlappende Genuas ohne elektrische oder hydraulische Energie einrollen, reffen und ausrollen. Über eine Endlos-Rollleine bedient, übertragen diese Systeme das Drehmoment über eine decksmontierte Trommel und ein Profil, das über dem Vorstag montiert ist. Manuelle Rollgenua-Anlagen sind nach wie vor die am häufigsten spezifizierte Lösung auf Fahrten- und Performance-Segelyachten – dank ihrer mechanischen Einfachheit, Zuverlässigkeit und ihres vorhersehbaren Lastverhaltens. Mehr lesen... 

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So funktionieren manuelle Rollgenua-Anlagen


Eine manuelle Rollgenua-Anlage besteht aus mehreren mechanisch integrierten Komponenten:

Rolltrommel auf Decksniveau, gedreht über eine Endlos-Rollleine

- Profil- bzw. Extrusionssystem über dem Vorstag, das das Vorlieksband des Segels führt

- Oberer Wirbel, der das Segel rotieren lässt, während das Fall stationär bleibt

- Lagerbaugruppen zur Aufnahme axialer und radialer Lasten unter Segel


Wird an der Rollleine gezogen, dreht sich die Trommel und überträgt das Drehmoment über das Profil nach oben, sodass sich die Rollgenua gleichmäßig um das Vorstag aufrollt. Die Effizienz einer manuellen Rollgenua-Anlage hängt stark von der Lagerqualität, der Profilsteifigkeit und dem korrekten Fall-Anstellwinkel ab – insbesondere beim Reffen unter Last oder beim teilweisen Einrollen.


Wichtige Konstruktionsmerkmale manueller Rollgenua-Anlagen


Lagersysteme und Lastaufnahme

Manuelle Rollgenua-Anlagen müssen unter konstanter Vorstagspannung und wechselnden Segellasten leichtgängig laufen. Hochwertige Systeme nutzen mehrbahnige Edelstahl- oder Torlon®-Kugellager, um Reibung zu reduzieren und Punktlasten zu vermeiden. Die Lagertragfähigkeit sollte anhand der tatsächlichen Rigg-Lasten und der Verdrängung gewählt werden – nicht ausschließlich nach der Yachtlänge.


Profilgeometrie und Torsionssteifigkeit

Das Profil überträgt das Drehmoment von der Trommel zum Kopfwirbel. Eine unzureichende Torsionssteifigkeit kann zu ungleichmäßigem Einrollen oder verzögerter Rotation am Segelkopf führen. Modulare Aluminium-Profile mit engen Toleranzen sorgen für einen gleichmäßigen Segelwickel und erhöhen die Zuverlässigkeit beim Reffen größerer Rollgenuas.


Fallführung

Manuelle Rollgenua-Anlagen sind auf eine korrekte Fallgeometrie angewiesen, um Fallwicklungen zu vermeiden. Integrierte Fallabweiser oder angewinkelte Wirbel stellen sicher, dass das Fall in einem sicheren Anstellwinkel aus dem Mast austritt, die Rotation konstant bleibt und der Verschleiß an den Wirbellagern reduziert wird.


Yachtgröße (LüA)Typische VerdrängungVorstag-Ø (ca.)Wichtiger LastaspektEmpfohlene Eigenschaften der Rollanlage
30–35 ft4–6 t6–7 mmModerate Roll-Lasten, häufige NutzungKompakte Trommel, Standard-Lagerschalen, Aluminium-Profil
36–42 ft6–9 t7–9 mmHöhere Vorstagspannung, überlappende GenuasHöhere Lagertragfähigkeit, steifere Profilsegmente
43–50 ft9–14 t9–11 mmDauerlast im gerefften ZustandÜberdimensionierte Lager, hohe Torsionssteifigkeit
50+ ft14 t+11 mm+Hohes aufrichtendes Moment, große SegelflächeHeavy-Duty-Lagersysteme, verstärkte Lastpfade


Wichtige Marken für manuelle Rollgenua-Anlagen


Harken manuelle Rollgenua-Anlagen

Harken Rollgenua-Anlagen werden häufig auf Performance-Cruisern und regattaorientierten Yachten eingesetzt. Die Systeme setzen auf reibungsarme Lagerbaugruppen und eine modulare Profilkonstruktion, wodurch eine präzise Anpassung an Vorstagdurchmesser und Segelkonfiguration möglich ist. Diese Rollanlagen werden oft mit höheren Riggspannungen sowie Laminat- oder Composite-Segeln kombiniert.


Ubi Maior manuelle Rollgenua-Anlagen

Ubi Maior Rollgenua-Anlagen sind auf hohe Tragfähigkeit in kompakten Baugruppen ausgelegt und eignen sich damit für Yachten mit höherer Verdrängung oder Anwendungen mit dauerhaft hohen Segellasten. Überdimensionierte Lagerschalen und direkte Lastpfade sind ein prägendes Merkmal – mit Fokus auf Langlebigkeit und strukturelle Integrität statt minimalem Systemgewicht.


Facnor manuelle Rollgenua-Anlagen

Facnor Rollgenua-Anlagen werden häufig auf Fahrten- und Offshore-Yachten spezifiziert. Die Konstruktionen fokussieren typischerweise auf gekapselte Lagereinheiten und eine unkomplizierte Installation, was den langfristigen Wartungsaufwand reduziert. Facnor-Systeme werden oft gewählt, wenn Zuverlässigkeit und Servicefreundlichkeit entscheidende Kriterien sind.


Einsatzbereiche manueller Rollgenua-Anlagen


Fahrtenyachten

Auf Fahrtenyachten ermöglichen manuelle Rollgenua-Anlagen ein kontrolliertes Reffen bei wechselnden Bedingungen und reduzieren die Notwendigkeit von Vorsegelwechseln an Deck. Gleichmäßiges Einrollen unter Last ist dabei entscheidend – insbesondere, wenn über längere Zeit mit teilweise eingerolltem Segel gesegelt wird.


Offshore- und Einhand-/Shorthanded-Segeln

Für kleine Crews erhöhen manuelle Rollgenua-Anlagen die Sicherheit, da sich die Zeit auf dem Vorschiff verringert. Mechanische Systeme werden offshore oft bevorzugt, weil sie sich vorhersehbar verhalten und unabhängig von Bordstromsystemen sind.


Performance Cruising

Im Performance-Cruising müssen manuelle Rollgenua-Anlagen die Segelform auch im gerefften Zustand erhalten. Profilsteifigkeit, Fall-Anstellwinkel und Lagerwirkungsgrad beeinflussen die erreichbare Vorliekspannung und die Höhe am Wind.


Hinweise zu Installation und Spezifikation


Für die korrekte Auslegung einer manuellen Rollgenua-Anlage sollten folgende Punkte beachtet werden:

- Vorstagdurchmesser, Aufbau und Terminaltyp

- Maximale Vorliekslänge und Segelüberlappung

- Decksfreigang und verfügbare Trommelhöhe

- Kompatibilität mit vorhandenen Rollleinen und Umlenkblöcken


Falsche Dimensionierung oder Montage kann zu hoher Reibung, ungleichmäßigem Einrollen oder vorzeitigem Lagerverschleiß führen. Für größere Yachten wird eine professionelle Rigger-Installation dringend empfohlen.


Zusammenfassung zu Rollgenua-Anlagen


Manuelle Rollgenua-Anlagen sind weiterhin die am häufigsten eingesetzte Lösung zur Vorsegel-Rollreffanlage – dank mechanischer Zuverlässigkeit, transparenter Lastübertragung und einfacher Wartung. Systeme von Harken, Ubi Maior und Facnor verfolgen unterschiedliche Ansätze bei Lagerauslegung, Profilsteifigkeit und Tragfähigkeit, sodass Segler die passende Ausrüstung für ihr Rigg und ihr Segelprofil wählen können. Richtig spezifiziert und installiert, ermöglicht eine manuelle Rollgenua-Anlage effizientes Segelhandling über ein breites Spektrum an Fahrten- und Performance-Anwendungen.

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